Hass im Netz – Was tun? (via Jugendmedienschutz)

Aus aktuellem Anlass bin ich für den Hinweis auf diese Seite mehr als dankbar.

„Es gab noch nie einen guten Krieg oder einen schlechten Frieden.“ (Benjamin Franklin)

Hass im Netz - Was tun? Es gibt eine neue Seite gegen Hass im Netz. hass-im-netz.info — das neue Informationsangebot von jugendschutz.net — zeigt, wie Rechtsextreme das Internet für ihre Zwecke missbrauchen und welche Strategien sie nutzen, um Jugendliche anzusprechen. Die Website klärt über unterschiedliche Erscheinungsformen von Hass im Netz auf, liefert aber auch konkrete Tipps, was jede und jeder Einzelne — ob privat oder im professionellen Kontext — rechtsextremen … Read More

via Jugendmedienschutz

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Ruhe in Frieden! Der erste Friedhof für Avatare im Netz! (via Jugendmedienschutz)

Ein Wahnsinns-Artikel!  🙂

Ruhe in Frieden! Der erste Friedhof für Avatare im Netz! „Irgendwann ist das Spiel zu Ende, weil du das höchste Level erreicht hast, oder weil du keine Lust mehr hast und mal was anderes tun willst, oder weil dein reales Leben mehr Zeit fordert. Du möchtest nicht, dass dein Avatar einfach verschwindet, nachdem du so viel Zeit mit ihm verbracht hast. Herolymp gibt dir die Möglichkeit, dich zu verabschieden, ohne dass deine Figur verloren geht. Auf Herolymp kannst du deinen Avatar in einem Memorial verew … Read More

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Noch ’n Zitat

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus, sie hat schlechte Manieren, verachtet Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“ (Sokrates)
 
Wenn Sokrates schon dieser Meinung war, hat dann Prävention versagt? 🙂
 
 
 

 

Soziales Lernen in der Schule

Soziales Lernen umfasst den Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen und stellt eine zentrale Schlüsselqualifikation im Zeitalter der Globalisierung dar. Eine geeignete Lernumgebung ist die Gruppe und auch hier gilt, wie so oft: je früher desto besser.  Bei einer durchschnittlichen Geburtenrate von 1,47 Kindern pro Frau im Jahr 2009 (Quelle: Statistisches Bundesamt) kann man nicht umhin, institutionalisierter Erziehung (Kindergarten, Hort, Schule, Jugendarbeit) in diesem Zusammenhang eine wachsende Bedeutung zuzusprechen.

Dr. Helga Möricke war Frauenvertreterin in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin und setzte sich über weite Strecken ihres Lebens für Soziales Lernen in der Schule ein. Sie war maßgeblich an der Entwicklung des Berliner Konzepts „Soziales Lernen für Mädchen und Jungen“ beteiligt. Ihrem Engagement ist unter anderem die Verankerung verlässlicher Zeitstrukturen für Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention in die Stundentafeln an Berliner Schulen zu verdanken. Nicht zuletzt dafür wurde sie mit dem Ehrenpreis der Landeskommission Berlin für Gewaltprävention ausgezeichnet.

In ihrem Essay „Gewaltprävention durch mehr Soziales Lernen in der Schule“ spricht sie sich in aller Deutlichkeit dagegen aus, soziales Lernen in Schule dem Zufall zu überlassen und fordert konsequenterweise ein diesbezügliches Methodencurriculum sowie evaluationsfähige Instrumente der Prozesssteuerung.

http://www.berlin.de/imperia/md/content/lb-lkbgg/praevention/schuleundgewaltpraevention/sozialeslernen/18_helga_moericke.pdf?start&ts=1239196651&file=18_helga_moericke.pdf

Dr. Helga Möricke starb im Alter von 61 Jahren in Berlin.

Traurige Wirklichkeit

Samstagmittag in einer ansonsten verschlafenen norddeutschen Kleinstadt – 60 Neonazis stehen auf dem Marktplatz und demonstrieren für politische Aussagen, die es in einem Land mit entsprechender politischer Vergangenheit nie wieder hätte geben dürfen.

http://www.shz.de/nachrichten/lokales/stormarner-tageblatt/artikeldetails/article/217/trauriger-tag-fuer-bargteheide.html

Ich kann es irgendwie immer noch nicht fassen, und was bleibt ist die Frage: wie hätten wir dieses traurige Ereignis verhindern können?

Ritzen, schnippeln, schneiden…..

Ritzen, schnippeln, schneiden – es gibt viele Umschreibungen für „SVV“ oder auch „Selbstverletzendes Verhalten“.  Wie es in der Praxis aussieht, zeigt der Bericht einer Betroffenen:

„Der Kontakt mit der Umgebung bricht irgendwie ab. Es ist, als ob ich aus der Wirklichkeit herausrutschte. Der Zustand ist furchtbar. Ich habe Angst, ich könnte wahnsinnig werden. Ich schlage mich, bis die Haut ganz rot ist. Ich dusche so heiß, dass ich mich fast verbrenne. Aber ich spüre nichts. Dann kommt der starke Drang, mir wehzutun. Ich schneide mich und lasse das Blut ganz lange über die Haut laufen. Das rote, warme Blut gibt mir ein Gefühl von Entspannung und Geborgenheit. Dann fühle ich auch wieder den Schmerz. Erst dann habe ich wieder das Gefühl, ich bin wieder in mir drin.“

Selbstverletzendes Verhalten ist das Ausleben gegen sich selbst gerichteter Aggressionen ohne suizidale Absicht. Das Durchschnittsalter bei Beginn von SVV liegt bei 13,5 Jahren.  Die Ursachen sind vielfältig und reichen von traumatischen Erfahrungen über seelische Vernachlässigung und Persönlichkeitsstörungen bis hin zu Erlebnissen von Missbrauch oder Gewalt.

Jeder Schnitt im Rahmen von SVV ist ein Schrei nach Liebe und Ausdruck des Bedürfnisses nach  Anerkennung und Wahrnehmung.

Hilfe zur Selbsthilfe SVV bietet die Community http://www.rotetraenen.de  im Austausch von Betroffenen, ihren Angehörigen und Freunden.

Natürlich ist eine Online-Selbsthilfegruppe kein Therapie-Ersatz, kann aber eventuell den Weg in selbige erleichtern. Der entscheidende Schritt heraus aus Isolation und Verzweiflung ist nicht selten allein die Erkenntnis, mit dem vorhandenen Problem nicht allein zu sein.

Essstörungen – die heimliche Sucht

 

Über eine Million Menschen leiden in Deutschland an einer Form von Essstörungen. Für 93 % aller Frauen gehören die kritische Auseinandersetzung mit ihrer Figur und damit in Verbindung stehende mehr oder weniger erfolgreiche Diäten zu den Erfahrungen ihres Alltags. Das gesellschaftlich geprägte Schönheitsideal weibliche Idealmaße betreffend ist oftmals grausam und nicht einfach aus der Welt zu schaffen. Und dies betrifft schon lange nicht mehr ausschließlich Frauen. Schlank zu sein scheint gleich bedeutend damit, auf der beruflichen und privaten Erfolgswelle zu schwimmen. Und doch wäre es eine falsche Sichtweise, allein das gesellschaftliche Schönheitsideal verantwortlich zu machen für das gehäufte Auftreten von Essstörungen in unserem gesellschaftlichen Miteinander.

Die Entwicklung einer Essstörung hat in der Regel nicht nur eine einzige Ursache, sondern begründet sich in einem komplexen System aus persönlichen, familiären, sozialen und biologischen Faktoren. Jede Essstörung hat ihre eigene Geschichte, egal ob es sich um Magersucht, Bulimie oder Esssucht handelt.  

Zweifel am eigenen Selbst, Gefühle von Minderwertigkeit und Versagen, Spannungen innerhalb der Familie, oft verbunden mit erheblichen Behinderungen in Prozessen der Abgrenzung und Ablösung, schulischer Leistungsdruck, Zukunftsängste: die Liste der möglichen Hintergründe für das Entstehen einer Essstörung ist lang und nie vollständig.  

Wann sprechen wir überhaupt von einer Essstörung? Woran können wir erkennen, ob jemand gefährdet ist, eine solche Störung zu entwickeln?

 Die Grenzen zwischen Normalität, auffälligem Essverhalten und dem Vollbild einer Essstörung sind fließend. Der Weg in eine Essstörung hinein führt in der Regel durch die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper hindurch, oftmals gefolgt von einer Reihe von Diäten. Jede Essstörung äußert sich in einem Geflecht von Symptomen, begründet in einem gestörten Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Dabei muss immer wieder betont werden, dass Symptome und Ursachen nicht verwechselt werden dürfen. Solange wir nur die Symptome bekämpfen und die Ursachen ignorieren, werden wir einer Erkrankten nicht helfen können.  

Essstörungen sind insbesondere unter Mädchen und Frauen weit verbreitet. Jede 3. Schülerin zwischen 12 und 20 Jahren leidet an der Frühform einer Essstörung. 

Bereits 30% aller Mädchen und Jungen unter 10 Jahren verfügen über Diäterfahrung; 56% der 14- bis 15-Jährigen sind unzufrieden mit dem eigenen Aussehen und Gewicht. Unter einer bulimischen Essstörung leiden schätzungsweise 3% aller Frauen, ca. 5% aller Mädchen und Frauen sind sogenannte „Over Eaters“. Diese Zahlen berücksichtigen nicht die Dunkelziffern und sind nur das Ergebnis einzelner, auf einen relativ kleinen Personenkreis bezogenen Studien. Die tatsächlichen Zahlen dürften wesentlich höher liegen.

Der Einstieg verläuft schleichend: plötzlich beginnt der Tag mit dem Blick auf die Waage. Sie wird zum wichtigsten Kommunikationspartner. Kalorienzählen und Diäten bestimmen den Alltag. Eine Mahlzeit ist nicht mehr die genussvolle Befriedigung eines menschlichen Grundbedürfnisses und das natürliche Gefühl für Sättigung geht verloren. Sowohl Tagesform als auch Stimmung und Laune sind gewichtsabhängig und das Gewicht ist fortan verantwortlich für den persönlichen Erfolg.  

Essstörungen sind körperliche Erkrankungen. Sie betreffen die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung. Die auslösenden Kriterien lassen sich nicht in einem einfachen Schema von Ursache und Wirkung zusammenfassen. Sowohl seelische Belastungen als auch psychosomatische oft entwicklungsbedingte Störungen und Traumata können sich dahinter verbergen. Betroffene zeichnen sich durch die zwanghafte Auseinandersetzung mit der Aufnahme oder Verweigerung von Nahrungsmitteln aus.  

Allen gemeinsam ist, dass es sich um unterschiedliche Formen abhängigen Verhaltens handelt, welches sich jedoch stets in einer Tabuzone schamhaften Verschweigens zu verstecken sucht. Niemand darf etwas erfahren. 

Eine Essstörung entwickelt sich nicht plötzlich und aus heiterem Himmel, (aus dem sowieso nicht), sondern schleichend. Stellt sie sich dann irgendwann als Realität gewordener Albtraum heraus, so ist sie kein Problem eines Individuums, sondern eines ganzen Systems. Die bis dahin scheinbar heile Welt der „Rama-Familie“ wird durch das Auftreten der Essstörung einer Tochter oder eines Sohnes in eine tiefe Krise gestürzt. Die Konsequenzen reichen von Ratlosigkeit über Wut bis hin zu schierer Verzweiflung.  

Essgestörte Menschen ziehen sich in der Regel aus jeglichem sozialen Leben in eine tiefe zwar selbstgewählte jedoch innerlich zutiefst verfluchte Isolation zurück und brechen den Kontakt zu Familie und Freundeskreis soweit wie möglich ab. Für die Familie bedeutet dies in der Regel einen tiefen Bruch durch die Grundstruktur. Gemeinsame Aktivitäten, von gemeinsamen Mahlzeiten ganz zu schweigen, werden unmöglich. Die essgestörte Tochter, der essgestörte Sohn zieht sich in eine Art Inselwelt zurück, die von Außenstehenden kaum erreicht werden kann.  

Die Geschichte des sexuellen Traumas in der frühkindlichen Alkoholikerfamilie trifft nicht annähernd die Realität. Nur zu oft entwickeln gerade die Heranwachsenden eine Essstörung, deren Familie nach außen gut bürgerlich behütend wirkt und nach allen Regeln einer deutschen Durchschnittsfamilie lebt.  

Wir unterscheiden verschiedene Formen von Essstörungen: die Magersucht, die Bulimie (auch bekannt als Ess-Brechsucht) und die anfallsweise Esssucht, die sowohl unter den Bezeichnungen „Overeating-Störung“ als auch „Binge Eating Disorder“ bekannt ist.

Gemeinsam ist allen Formen einer Essstörung ein Hunger der Seele, der nicht gestillt werden kann. Hunger nach Leben, nach Liebe, Hunger nach Freiheit und Selbstbestimmung, Hunger danach, so angenommen zu werden, wie man ist: mit allen Fehlern und Schwächen. Ein sehr menschlicher Hunger also.
Wer von einer Essstörung geheilt werden möchte, muss bereit sein, über den Gedanken an Essen und Nicht-Essen hinaus zu gehen und den wahren Hunger zu suchen, der sich hinter Fressattacken oder der krankhaften Sucht, immer weiter abzumagern, verbirgt.