Wo sind die Männer?

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder möchte mehr Männer in Kindergärten sehen. Als Pädagogen versteht sich. Nicht wenn sie ihre Kinder abholen. Deshalb plant sie gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ein neues Projekt:  eine Umschulung für arbeitslose Männer. Innerhalb von 2 Jahren können sie sich zum Erzieher ausbilden lassen.

Der 39-jährige Pädagoge Jochen Wildt hat sich nach 15 Jahren pädagogischer Tätigkeit mit schwerbehinderten Erwachsenen vor 4 Jahren ganz bewusst für einen Neustart in einer Kindertagesstätte entschieden. In dieser Funktion ist er ein Exot, was Wildt auf die schlechte Bezahlung zurück führt.

Von 1300 Euro kann man keine Familie ernähren!

Das stimmt. Frau allerdings auch nicht! Genau deshalb ist der Beruf der Erzieherin ja auch ein typischer Frauenberuf. In Deutschland zumindest….

Prävention beginnt im Kindergarten – das ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Sie braucht kompetente Fachkräfte, die bereit sind, sich tagtäglich der verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen, Zukunft zu gestalten und Bildung zu ermöglichen.

Dass diese „Berufung“ adäquat vergütet werden muss, versteht sich eigentlich von selbst. Im Management bestünde daran kein Zweifel.  Ganz unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit der Berufenen….

Ob die Berufenen aber tatsächlich schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose sein müssen, denen ansonsten jegliche Perspektive fehlt, ist auch fraglich. Ich persönlich find’s schwierig und schlage folgende Vision vor:

In jeder Oberstufe gibt es neben dem üblichen naturwissenschaftlichen und sprachlichen ein pädagogisch-psychologisches Profil. Dort legen wir schon einmal den Grundstein für bewusste Berufsfindungsprozesse im pädagogischen Bereich.

Persönliche Eignungstests und Assessment Center entscheiden zukünftig über die Zulassung zu einem pädagogischen Studiengang oder einer entsprechenden Ausbildung, nicht die Abschlussnote. So könnte zum Beispiel verhindert werden, dass jemand zum Grundschullehramtsstudium zugelassen  wird, der zwar den entsprechenden NC vorweisen kann, sich sein Taschengeld in der Oberstufe jedoch als Dealer für Siebtklässler verdient hat. (Nein, das ist nicht wissenschaftlich belegt, das habe ich persönlich erlebt…)

Nach einer praxisorientierten wissenschaftlichen  Ausbildung mit sehr gutem Abschluss erhalten unsere pädagogischen Fachkräfte dann ein Einkommen, welches sich nicht um Lichtjahre von dem anderer Akademikerberufe unterscheidet. Wäre das nicht eine echte Alternative zur Umschulung von langzeitarbeitslosen Männern?

Wer den ganzen Artikel lesen möchte:

http://www.ln-online.de/regional/stormarn/2845761

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