Arabues: kein Rassismus in Stormarn!

Artikel von Henrik Bagdassarian, erschienen am 08.02.2012 im „Hamburger Wochenblatt“:

‚Vergangene Woche lud der Interkulturelle Gesprächskreis Stormarn das Antirassistische Bündnis Stormarn (ARABUES) in die Volkshochschule Ahrensburg ein, um die Arbeit des Verbundes öffentlich vorzustellen. „Wir von ARABUES sind eine heterogene Gruppe, wir sind ‘multikulti‘ und wir sind vor allem eins: Gegen Rechts!“, erklärt Ute Sauerwein-Weber den interessierten Zuhörern, unter ihnen Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach.

Auf Initiative autonomer Jugendlicher gründete sich 2009 das Bündnis. Grund waren stark angestiegene rechtsradikale Aktivitäten und Tendenzen in Stormarn. Mittlerweile unterstützen 23 Partner offiziell das offene Bündnis. Vertreter verschiedener Organisationen, demokratischer Parteien und die Evangelischen Kirche Bargteheide sowie Einzelpersonen aller Altersklassen engagieren sich zusammen im Kampf gegen Rechts. Neuester Bündnispartner ist seit kurzem die Stadt Bad Oldesloe. Ein Tagesordnungspunkt der letzten Stadtverordnetenversammlung war der Beitritt zum Antirassistischem Bündnis Stormarn. Herrschte Einstimmigkeit unter den Parteien im gemeinsamen Kampf gegen Rechts, konnte der Beitritt nur mit Rot-Grüner Mehrheit beschlossen werden. CDU und FDP stimmten dagegen, die FBO enthielt sich.
Es ist nicht lange her, da ließ sich die Frage nach einem rechtsradikalen Problem einer Stadt oder Gemeinde an der öffentlichen Präsenz von Rechtsradikalen festmachen. Doch die Vorgehensweise der rechten Szene ist subtiler geworden.

„In den neuen Bundesländern gibt es Erkenntnisse, dass Rechtsextreme gezielt in Kindergärten, Bürgerinitiativen, Sportvereinen oder in der Freiwilligen Feuerwehr unterschwellig ihr rechtes Gedankengut verbreiten“, sagt Detlef Mielke vom ARABUES. Soweit sei es in Stormarn noch nicht, eine präventive Aufklärung und ein frühes Entgegenwirken bei nationalistischen Strömungen dringend notwendig.
„Wir wollen mit Vorträgen, Theaterstücken und Projekttagen eine breite Aufklärung über rechtsradikale Aktionen leisten und für rechtsextreme Tendenzen sensibilisieren“, sagt Ute Sauerwein-Weber.
Und man wolle klare Zeichen gegen Faschismus und Rassismus in Stormarn setzen. Dem Übergriff 2009 auf das Autonome Jugendhaus in Bargteheide oder dem Naziaufmarsch ein Jahr später an gleicher Stelle folgten friedliche Aktionen seitens des Bündnisses. „Gerade in ländlichen Bereichen wird das Risiko extremer Strömungen immer größer“, sagt Dr. Ruth Kastner, Vorsitzende des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Einflussnahme in Vereinen oder im Bereich ehrenamtlichen Engagements werde auch in Stormarn zukünftig ein Thema werden.
„Erschreckende Umfragewerte zeigen bei vielen Bürgern unseres Landes eine deutliche Zunahme rechter Einstellungsmuster“, sagtUte Sauerwein-Weber. Das sei die Voraussetzung für die Entstehung rechtsextremer Strömungen.
„Hier ein Witz über eine religiöse Minderheit, da ein lockerer Spruch über den Nachbarn mit Migrationshintergrund, meist steckt keine böse Absicht dahinter“, sagt Doris Volland von ARABUES. Aber genau hier müsse schon bei Jugendlichen präventiv angesetzt werden.‘

Den gesamten Artikel gibt es hier:
http://www.hamburger-wochenblatt.de/fileadmin/SystemOrdner/Ausgaben/Ahrensburg_KW06.pdf

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