Gegen das Vergessen – Amanda Todd

Am 10. Oktober 2012 starb Amanda Todd. Todesursache: Cyber-Mobbing.

Sie war einmal ein ganz normales Mädchen aus Vancouver – jedenfalls bevor sie in der 7. Klasse den entscheidenden Fehler beging, einer Chatbekanntschaft ein Nacktbild zu mailen. Dies war der Beginn eines jahrelangen Martyriums inklusive Angststörung, Panikattacken, Essstörungen und selbstverletzendem Verhalten. Ihre Peinigerinnen und Peiniger kann nicht einmal ein erster erfolgloser Suizidversuch von den alltäglichen Schikanen und Erpressungsversuchen abhalten. Es sind teilweise dieselben Menschen, die nach Amandas Tod zu kollektivem Trauern und Lichterketten aufrufen.
Amanda Todd erzählte ihre Geschichte in einem mehr als berührenden Video auf You Tube, bevor sie sich am 10.10.2012 erhängte. Ihre Eltern haben nach langem, zum Schluss jedoch leider erfolglosen Kampf für Amanda nach deren Suizid eine Stiftung zur Unterstützung von Cyber-Mobbing Opfern gegründet.

Amandas Geschichte auf You Tube

Übrigens: am 2. Dezember 2012 ist landesweiter Anti-Mobbing-Tag! In Zusammenhang mit Amandas Tod sind jegliche Plattitüden mehr als unangebracht, aber trotzdem: brauchen wir wirklich einen solchen Tag, um auf die Selbstverständlichkeit eines respektvollen Miteinanders hinzuweisen?

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Landesweiter Anti-Mobbing-Tag

Der diesjährige landesweite Anti-Mobbing-Tag findet am 02. / 03. Dezember 2012 statt.
Alle Schulen Schleswig-Holsteins sind zur Beteiligung aufgerufen: entweder mit eigenen Aktionen zum Thema Mobbing / Cybermobbing oder im Rahmen landesweiter Angebote wie z. B. Plakatwettbewerb, Flashmob, Videoclipwettbewerb….

Alle Infos gibt’s hier:

Landesweiter Antimobbingtag 2012

Kevin wird gemobbt – was tun?

Beim Thema „Mobbing in der Schule“ ruft man schnell nach einem Patentrezept, um das Übel möglichst schnell wieder loszuwerden. Schön wäre es, wenn es so eine Art „Anti-Mobbing-Pille“ gäbe: einfach schnell 3 Globuli und das Problem ist vom Tisch.
Ganz so einfach ist es leider nicht. Die erste Frage, die sich mir beim Thema „Mobbing“ stellt, ist: „Wie hat es eigentlich so weit kommen können?“ Und wer beklagt sich, dass gemobbt wird? Das vermeintliche Opfer oder seine Mutter? Gerade im letzteren Fall der wohlmeinenden Dritten gibt es nicht selten deutliche Interpretationsschwierigkeiten bei Streit und Konflikten, deren Auflösung in der Regel die halbe Miete zur Problemlösung darstellt. Leider ist es nur selten so einfach.
Um es kurz zu machen: ist der Ernstfall erst mal eingetreten, steht einiges an Arbeit an. Eines steht jedoch an allererster Stelle: die sofortige Intervention.
Ein Mobbingopfer hat häufig eine lange und schmerzhafte Leidensgeschichte hinter sich. Fällt der magische Satz: „Ich brauche Hilfe!“, so bedeutet dies in der Regel für das Opfer einen gewaltigen Kraftakt und die damit verbundene verbindliche Verpflichtung der um Hilfe ersuchten Person, auf der Stelle aktiv zu werden.
Damit ist kein kopfloser Aktionismus gemeint, sondern einzig und allein die Vermittlung von Gewissheit. „Ab jetzt bist du nicht mehr allein! Ich glaube dir! Ab diesem Moment wird es besser!“ – das ist die entscheidende Botschaft.
Der Rest ist ein Selbstgänger: Gespräche mit allen beteiligten Personen, konsequentes Vertreten eines eindeutigen Standpunktes, der keine Zweifel offen lässt, ob Mobbing geduldet wird oder nicht, die Ankündigung ernstzunehmender Konsequenzen sowie deren eventuelle Umsetzung, das Aushandeln einer für alle Beteiligten befriedigenden Lösung, der Aufbau eines Unterstützungssystems für das Opfer und die abschließende Wiedereingliederung der geschädigten Person in die Gemeinschaft.
Nicht vergessen: es gibt ein Leben nach dem Mobbing! Und das ist wirklich lebenswert…

Von Geduldsfäden, Anti-Wut-Fliegern und Traumbildern

Starke Emotionen wie Wut und Aggression sind ein fester und notwendiger Bestandteil unseres Alltags.
Wir alle mussten und müssen im Laufe unseres Lebens lernen, konstruktiv mit diesen Gefühlen umzugehen.
Als Schulsozialpädagogin arbeite ich gern mit Kleingruppen im Bereich der sozialen Gruppenarbeit.
Das Buch „Spiele zum Umgang mit Aggressionen“ von Rosemarie Portmann bietet zahlreiche praxistaugliche Übungen und Interaktionsspiele zum spielpädagogischen Ausprobieren und Einüben alternativer Verhaltensweisen mit Kindern und Jugendlichen.
Die Leitthemen:

  • Aggressive Gefühle wahrnehmen und ausdrücken
  • Auslöser für Wut und Aggression erkennen
  • Sich selbst und andere besser verstehen
  • Wut und Aggression beherrschen und abbauen
  • Ich-Stärke und Selbstwertgefühl aufbauen
  • Nicht-aggressive Beziehungen aufnehmen
  • Konflikte friedlich lösen
  • Rosemarie Portmann ist Diplom-Psychologin und langjährige Mitarbeiterin des schulpsychologischen Dienstes am staatlichen Schulamt in Wiesbaden. Ihr Buch „Spiele zum Umgang mit Aggressionen“ ist im Don Bosco Verlag erschienen.
    ISBN: 978-3-7698-0796-7

    Rausgemobbt 2.0

    Schule – Gesellschaft – Mobbing – Cyber-Mobbing: all das gehört heute leider untrennbar zusammen.
    Eine Alternative zu Gewaltpräventionstagen und -wochen in Schule und Unterricht können kreative Aktionen in den Bereichen Kunst, Musik und Theaterpädagogik sein.

    „Rausgemobbt 2.0“ ist ein Theaterstück von „Comic on! – Theaterproduktion Köln“ zum Thema „Cyber-Mobbing“ für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren.

    „Kinder und Jugendliche sind heute vernetzt und ständig im Internet präsent (SchülerVZ, Facebook, ICQ etc.).dabei hat sich eine neue Form „anonymer“ Gewalt, das CYBER-MOBBING, entwickelt. In einer kurzweiligen Inszenierung mit cooler Musik bringt „R@USGEMOBBT 2.0“ die unterschiedlichen Beweggründe zu CYBER-MOBBING auf den Punkt und zu den Zuschauern.“

    Den Link zu weiteren Infos gibt es hier.

    Juuuport – hier hilft man dir im Web!

    Jugendliche sind im Internet nicht nur besonders gut vernetzt, sondern oft auch Mobbing, Hassattacken und ungewollter Bloßstellung durch Altersgenossen ausgesetzt. Der Landesmedienanstalt Niedersachsen und zahlreichen Kooperationspartnern verdanken wir eine Selbsthilfe-Plattform gegen Cyber-Mobbing.

    Auf juuuport helfen sich Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren gegenseitig bei Fragen zum Thema Medien und Problemen wie Cyber-Mobbing, Abzocke oder anderen Schwierigkeiten. Die Plattform dient insbesondere dem Austausch über Fragen und Probleme zu den Bereichen Web 2.0, Handy und Computerspiele.

    Nach der Registrierung gibt es im Fooorum die Möglichkeit, sich mit anderen Usern auszutauschen. Individuelle Fragen können mit geschulten Scouts geklärt werden.  Problematische Websites mit jugendgefährdenden Inhalten können über ein Beschwerdeformular gemeldet werden.

    Alles in allem: eine super Sache!

    juuuport.de

    Mobbing in der Schule – ein Fallbeispiel

    In der Schule gemobbt zu werden bedeutet in der Regel für die Betroffenen und ihre Angehörigen ein Martyrium. Nicht selten stellt sich der radikale Wechsel des schulischen Umfelds als einzig wirksame (Er-)Lösung dar.

    Die Geschichte von Marius ist ein Beispiel dafür. Wer sie nachlesen möchte, folgt einfach dem Link:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/zeit-schulfuehrer/2010/Schulwechsel?page=1