Mädchenmannschaft

Da habe ich doch soeben ein feministisches Weblog entdeckt …..

Mädchenmannschaft

Auf „Mädchenmannschaft“ findet ihr Lesenwertes zum Thema Feminismus und Internet, zum Beispiel ‚Frauenfragen‘, ‚Gendertrouble‘ und ‚Körperkult‘.

Cyber-Mobbing bei Schülerinnen und Schülern

Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld führt derzeit eine empirische Online-Befragung zum Thema „Cyber-Mobbing bei Schülerinnen und Schülern“ durch. Im Rahmen der Umfrage haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigene Erfahrungen sowohl als Opfer als auch als Zeugen oder Verursacher von Cyber-Mobbing zu schildern.

Wer sich an der Befragung beteiligen möchte, kann dies hier tun:

http://www.uni-bielefeld.de/cyberbullying/

LizzyNet

LizzyNet ist DIE Informations-, Kommunikations- und Lernplattform für Mädchen und junge Frauen ab 12 Jahren. Den Nutzerinnen der Website stehen Informationen, kommunikative Werkzeuge (E-Mail, Forum, Chat, Homepage-Baukasten etc.) und interaktive Lernangebote zur Verfügung. Diese können sich die Mädchen ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechend selbstbestimmt und eigenständig in ihrem individuellen Lerntempo erschließen.

Kreativ sein, sich aktiv einbringen, mit anderen austauschen, sein Wissen erweitern und Neues ausprobieren – das ist die Devise von LizzyNet! Unterstützt werden sie dabei von erfahrenen Nutzerinnen – den LizzyScouts – und der LizzyNet-Redaktion. LizzyNet ist kostenfrei und wird medienpädagogisch und redaktionell betreut.

Mädchen fit machen für den Umgang mit dem Internet bedeutet auch durch klare Regeln und Tipps Verhaltensweisen für die sichere Internetnutzung zu erlernen. In der Community wird außerdem darauf geachtet, dass die Mädchen tatsächlich unter sich sind: Die Anmeldung auf LizzyNet ist ausschließlich den Mädchen vorbehalten!

http://www.lizzynet.de

Frau Präsident hat schöne Beine ….

„Über die (Nicht-)Darstellung von Frauen in den Medien – einige Gedankensplitter“ ist der Titel eines Leitartikels der Soziologin Angelika Paseka aus dem Jahr 2005. Sie geht der Frage nach, ob Frauen in den Medien schlichtweg vergessen werden und beschreibt die alltägliche Realität: die Konstruktion klischeehafter Rollenbilder, die auch vor der Berichterstattung im politischen Spektrum nicht endet.  

Ich fühle mich gleich an die Zeit der Amtsübernahme von Angela Merkel erinnert, als man hätte glauben können, Politik sei eine Frage der richtigen Frisur. Oder denken wir an Maggie Thatcher, die „Eiserne Lady“. Niemand käme auf die Idee, David Cameron als „Eisernen Lord“ zu titulieren,  nur weil er konsequent regiert.

In der Republik Serbien gab es erstmals vom 30. September 2002 bis 13. November 2003 eine Präsidentin,  Nataša Mićić, eine  37-jährige Juristin, vorher Parlamentspräsidentin. In der Zeitschrift DER STANDARD gab es dazu am 30. Dezember 2002 zwei Artikel, einen in der Rubrik International. Darin sehen wir kein Gesichtsportrait der Präsidentin, sondern lange Beine unter kurzem Rock und Pumps. Wo ist die Präsidentin? Die Frage steht unweigerlich im Raum. Und kann sie mit diesen Schuhen überhaupt regieren? Lange jedenfalls nicht, wie ihre kurze Amtszeit beweist.

„Eine solche Darstellung dient nur noch dazu, zum einen Geschlecht auf der Grundlage der freiwilligen Unterwerfung des weiblichen Geschlechts unter das männliche als hierarchisches System zu konstruieren und zu legitimieren und zum anderen die soziale Konsequenz dieser Einengung durch die Verlagerung in einen rein sexuellen Kontext gleichzeitig wirksam zu verschleiern.“
 Wer Lust auf den Gesamtartikel bekommen hat, kann ihn hier nachlesen:http://www.phwien.ac.at/fileadmin/phvie/users/oeh/pdf/WissenschaftlichesArbeiten/51_Paseka_Darstellung.pdf

Für wilde Frauen: das Missy Magazine!

Wieso gibt es in Deutschland kein Magazin, das die Berichterstattung über Popkultur, Politik und Style mit einer feministischen Haltung verbindet? Weil es bisher noch niemand gemacht hat? Das stimmt nicht ganz….

Missy ist ein Magazin für Frauen, die sich für Popkultur, Politik und Style interessieren – für Frauen wie uns halt. Missy berichtet von herausragenden Künstlerinnen, die Musik machen, Filme drehen, fotografieren. Aktivistinnen, die die Welt retten oder auf andere Arten bemerkenswert sind. Crafting und Kochen sind für uns ebenso Themen wie queere Pornografie oder Organisationen, die sich für sichere Abtreibungen einsetzen. Wir wollen ehrlich über Sex zu reden – über hetero- und homosexuellen, heißen, langweiligen oder auch nicht vorhandenen. Wir zeigen Klamotten an und für Frauen, die nicht immer schlank, blond und perfekt enthaart sind. Wir lassen DJs, Sprayerinnen, Rechtsanwältinnen und Skaterinnen erklären, wie man in ihren jeweiligen Feldern glänzen kann.

Missy gibt’s am Kiosk und im www unter http://missy-magazine.de/magazin/

Ich chatte gern…

… allerdings nur mit Leuten, die ich persönlich kenne. Aber eigentlich telefoniere ich lieber oder treffe mich gleich zum Pläuschchen bei Kaffee und Tee. Die Vorstellung, mich einer völlig unbekannten Person in einem virtuellen Raum zu offenbaren, reizt mich nicht.

Andere schon. Der 23-jährigen Melanie wurde die Freude am anonymisierten virtuellen Geplauder zum Verhängnis. Sie begegnete auf diesem Wege ihrem Mörder, der sich in einem Chatroom als 18-jährige „Sarah“ ausgab und sein ahnungsloses Opfer zum ersten Treffen in seine bzw. „Sarahs“ Wohnung einlud. Diesen Besuch sollte Melanie nicht überleben.

Es ist schon zum Verzweifeln. Reichen all unsere Bemühungen immer noch nicht aus,  um insbesondere Frauen und Mädchen darüber aufzuklären, dass sich hinter jedem virtuellen Akteur im Chat ein Jemand verbergen kann, der in Wirklichkeit gar nicht so nett ist, wie er (oder sie…) auf den ersten Klick erscheinen mag? Was müssen wir noch unternehmen, damit jedes potentielle Opfer nicht zu selbigem werden kann, weil  das Erlernen des kleinen 1×1 der Internetgefahren zum Stundenplan gehört wie Mathe, Deutsch und Weltkunde?

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag…

Margarethe von Trotta!

Die 1942 geborene Regisseurin und Schauspielerin schrieb unter anderem mit Werken wie „Rosa Luxemburg“, „Die bleierne Zeit“ und „Vision – aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ Film- und Frauengeschichte. Eine kurze Biografie mit entsprechenden Filmografien gibt’s bei Dieter Wunderlich unter:

http://www.dieterwunderlich.de/Margarethe_Trotta.htm

Ein lesenswertes Interview in Zusammenhang mit „Vision“ gibt es hier:

http://www.evangelisch.de/themen/kultur/es-ist-unser-goettliches-recht-ueber-uns-selbst-zu-bestimmen

In der Entwicklung einer feministischen Medientheorie gehört sie für mich in die allererste Reihe…..

Diskriminierung von Frauen – eine Spurensuche

Das Institut für Friedenspädagogik stellt Unterrichtsmaterialien zum Themenbereich „Diskriminierung von Frauen und Mädchen“ zur Verfügung. Zum Thema Medien finden wir zahlreiche Fragestellungen wie:

  • In welchen Rollen kommen Frauen im Fernsehen vor?
  • Welcher Typ von Frau wird in den Medien als anstrebenswert vermittelt?
  • Werden Frauen eher als Opfer oder als Täter oder als beides dargestellt?
  • Welche Rolle spielen Frauen in den Medien im Zusammenhang mit Politik, welche im Zusammenhang mit Werbung?
  • Wie lässt sich die typische „Medienfrau“ beschreiben? (Alter, Aussehen, Eigenschaften usw.)
  • Welche Rollen spielen Sexualität und Sexualsymbole in den Medien. In welchem Zusammenhang tauchen sie auf?
  • Werden Frauen als eigenständige, gleichberechtigte Menschen dargestellt?
  • Wie sind Frauen in leitenden Positionen in den Medien vertreten?

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, findet ihn hier:

http://www.friedenspaedagogik.de/service/unterrichtsmaterialien/menschenrechte/diskriminierung_von_frauen_eine_spurensuche

Netzangriff

Es gibt einen neuen Jugendkrimi zum Thema Computer- und Internetkriminalität:

http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/details/form/7/91.html

Die SWR-Produktion „Netzangriff“ aus der Reihe Krimi.de behandelt Mobbing im Internet, das so genannte Cybermobbing. Im Film wird deutlich, dass Cybermobbing nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch illegal ist, weil damit die Straftatbestände der Beleidigung, üblen Nachrede oder Verleumdung erfüllt sein können, mit entsprechenden strafrechtlichen Folgen. Dazu wurde eine Arbeitshilfe für den Einsatz der DVD im Schulunterricht erstellt. Diese liegt der DVD nicht bei und ist nur als Download verfügbar.

Im Vordergrund des Films steht die Geschichte von Klara Stolz, die durch eine Unachtsamkeit zur Zielscheibe ihrer Mitschüler wird. Klara ist neu am Gymnasium und fühlt sich noch unsicher und orientierungslos. Nachdem sie auf einer Party betrunken ihr Handy verliert, tauchen daraus in einer Internet-Community Fotos auf, die sie wie ein Model posierend nur in Unterwäsche zeigen – Fotos, die das Mädchen aus Spaß mit Freundinnen gemacht hatte. In der Community beginnt ein gnadenloses Mobbing gegen Klara. Schwer enttäuscht ist sie, als ihr Handy ausgerechnet bei Tim gefunden wird, den sie für einen guten Freund gehalten hatte. Während Tim versucht, seine Unschuld zu beweisen, entdeckt Klaras Vater, renommierter Rechtsmediziner und befreundet mit Tatort-Kommissar Thorsten Lannert, im Internet ein Video der Party im Jugendhaus. Klara ist verzweifelt – und setzt ihr Leben aufs Spiel.

Die wilde Frau

Bedarf es einer feministischen Medientheorie? Ich denke ja!
Und deren wichtigster Grundsatz sollte der Schutz von Mädchen und Frauen vor patriarchalen Übergriffen im virtuellen Raum sein.

Die feministische Kommunikationswissenschaft in der Tradition der Frauenforschung beschäftigt sich speziell mit der Ausklammerung der Frauen aus der Medienrealität, mit den Stereotypisierungen, die durch die Medien transportiert werden, mit patriarchalen Strukturen, die in den Medienorganisationen wirksam werden und mit den Arbeitsbedingungen der Frauen in dem Bereich der Medien.

Die gesellschaftliche Diskriminierung von Mädchen und Frauen setzt sich tagtäglich im virtuellen Raum fort. Das wäre ein weiterer Ansatz für Prävention.

„Die Werbung, die Medien, der Film, alle bieten sie den Körper der Frau als Ware an, die der Mann kaufen oder mit Gewalt nehmen kann. Mehr noch: Die ganze Welt des Konsums verführt via Sexualgewalt und Ware Frau. Man kauft nicht nur das Auto, man kauft den Frauenkörper dazu.“

Dacia Maraini