Rock gegen Rechts!

22.09.2012 – 18:00 Uhr – Glinde: Nix wie hin!!!

2. Regionalkonferenz gegen Rechtsextremismus in Ratzeburg

Am 01. September 2012 fand in Ratzeburg die 2. Regionalkonferenz gegen Rechtsextremismus statt. Mit einer hohen Beteiligung aus Stormarn, Ratzeburg, Lübeck und Mecklenburg-Vorpommern war sie ein großer Erfolg.

Dies zeigt auch der Beitrag von NDR regional:

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/rechts101.html

Kein Nazi-Aufmarsch in Lübeck!

Im Folgenden der Aufruf des Bündnisses „Wir können sie stoppen“ zur Demonstration in Lübeck am Samstag, den 31.03.2012. Beginn: 09:30 Uhr am Markt

„Am 31. März 2012 soll es wieder so weit sein: Ein ganzer Stadtteil wird hermetisch abgeriegelt und Neonazis marschieren durch Lübecks Straßen. Immerhin haben die Kundgebungen, Aktionen und Blockaden der vergangenen Jahre dafür gesorgt, dass den Nazis der Weg in die Innenstadt versperrt wurde. Doch damit können wir uns nicht zufrieden geben.
Wir werden ihnen zeigen, dass sie auch in St. Lorenz Nord nicht willkommen sind. Dafür rufen wir alle Lübeckerinnen und Lübecker und alle NazigegnerInnen zu einer gemeinsamen Demonstration auf. Diese Demonstration wird in diesem Jahr nicht am Bahnhof halt machen, sondern wir werden mit einer großen Kundgebung am Ziegelteller unseren Protest in Sicht- und Hörweite der Nazis tragen und damit einen Marsch ins Musikerviertel unmöglich machen.
Mit ihrem Aufmarsch wollen die Neonazis die Bombardierung Lübecks im Zweiten Weltkrieg betrauern. Sie wollen über „deutsche Opfer“ reden und damit vergessen machen, dass es Hitler-Deutschland war, das diesen Eroberungs- und Vernichtungskrieg begann, in dem über 50 Millionen Menschen den Tod fanden. Und sie wollen vergessen machen, dass hinter den Fronten der Wehrmacht das größte Menschheitsverbrechen aller Zeiten begangen wurde: Der millionenfache, industriell organisierte Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden sowie an den Sinti und Roma. Die „Trauer“ ist für die Nazis von heute nur ein Vorwand, ihr eigentliches Ziel ist die Verherrlichung des NS-Regimes, das Säen von neuem Hass, die erneute Ausgrenzung von Menschen nach rassistischen Kriterien und die Rechtfertigung von neuem Terror.
Der alljährliche Aufmarsch in Lübeck ist noch immer die wichtigste und größte regelmäßige öffentliche Nazi-Veranstaltung in Schleswig-Holstein. Er dient ihnen zur Stärkung ihrer Strukturen und ihres Selbstbewusstseins. Denn ein ungestörter Nazi-Aufmarsch fördert den Einstieg in die Nazi-Szene, zelebriert die „Kameradschaft“ im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie und dient der Vernetzung von ansonsten lokal agierenden Nazi-Gruppen. Die Blockaden 2010 hatten diesen Plan bereits empfindlich gestört und zu einer konkreten, spürbaren Schwächung der Nazi-Szene in Lübeck geführt. Die massive Durchsetzung des Nazimarsches 2011 war demgegenüber ein Rückschlag für die Gegendemonstrationen, von dem wir uns aber nicht entmutigen lassen dürfen. Das Ziel bleibt: Kein Naziaufmarsch in Lübeck – weder in der Innenstadt, noch in St. Lorenz Nord noch anderswo!
Angesichts der jüngst bekannt gewordenen Nazimordserie und der offenkundigen Verstrickung von NPD-Funktionären in den Naziterrorismus fordern wir Bürgermeister und Innensenator der Hansestadt Lübeck auf, den Naziaufmarsch endlich zu verbieten.
Wir planen in diesem Jahr, dass die gemeinsame Demonstration gegen die Nazis diesmal nicht am Bahnhof enden, sondern zu einer großen Kundgebung am Ziegelteller führen soll. Tausende Menschen aus Lübeck und Umgebung wollen sich gemeinsam mit den AnwohnerInnen genau dort versammeln, um gemeinsam deutlich zu machen: Die Nazis sollen ihre geschichtsverfälschenden Parolen nicht ungestört und polizeilich abgeriegelt gegen Protest und Widerstand in unserer Stadt verbreiten können! Wir schweigen nicht, wir sehen nicht tatenlos zu bei dem Treiben der Neonazis. Wir stehen für eine offene, demokratische und tolerante Gesellschaft, in der für rassistisches und antisemitisches Gedankengut, für eine Verherrlichung des Hitler-Regimes kein Platz ist. Wir stehen für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Herkunft, Staatsangehörigkeit und Religion. Deshalb stellen wir uns den Nazis und ihren Parolen entschlossen in den Weg!
Wir werden die Straßen Lübecks nicht den Nazis überlassen. Gleichzeitig suchen wir nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Neben und nach der geplanten Demonstration und Kundgebung halten wir Sitzblockaden auf der Aufmarsch-Route der Nazis für ein geeignetes Mittel, dafür zu sorgen, dass derartige Aufmärsche in Zukunft unterbleiben. Dies wird gelingen, wenn Tausende Menschen am 31. März 2012 gegen die Nazis auf die Straße gehen!
Wir rufen alle Menschen, Junge und Alte, mit und ohne deutschen Pass dazu auf: Kommt zahlreich zur gemeinsamen Demonstration und Kundgebung! Beteiligt euch an den verschiedenen Aktionen, Gottesdiensten und Blockaden!“

Angriff von Rechtsaußen…

Rassismus, Intoleranz und Gewalt im Fußball – eine Veranstaltung des Julius Leber Forums in Hamburg.

Hamburg, 23. März 2012; 19:00 Uhr – 21:00 Uhr.

Welche Rolle spielt der Fußball für rechtsextremistische Parteien, Organisationen und Überzeugungen? Wie gehen die Fußballverbände, Klubs, Fangruppen und Spieler mit Gewalt und Fremdenfeindlichkeit um? Wie kann Rassismus und Gewalt nicht nur im Profi-, sondern vor allem auch im Amateur- und Jugendfußball entgegengetreten werden?

Alle weiteren Infos gibt es HIER.

Fachtag Rechtsextremismus: Regionale Tendenzen und geschlechtsspezifische Entwicklungen

Am 18. April 2012 findet von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr in Ahrensburg ein Fachtag zum Thema „Rechtsextremismus – gleich nebenan?“ statt.
Neben Fachvorträgen zu den Themen „Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein“ und „Einstiegsmotive für Mädchen und Jungen“ gibt es Workshops und Zeit für intensiven Erfahrungsaustausch.
Alle Infos, auch zur Anmeldung, gibt’s auf nachfolgendem Flyer!
Flyer-Rechtsextremismus-270412

Beratungsnetzwerk Schleswig-Holstein

Das Beratungsnetzwerk Schleswig-Holstein ist ein Online-Angebot für alle Menschen, die sich aufgrund von rechtsextremen, fremdenfeindlichen oder antisemitischen Vorfällen verunsichert, beeinträchtigt oder bedroht fühlen oder die Verantwortung spüren, handeln zu müssen.
Die Themenschwerpunkte richten sich an Schulen und Eltern sowie Kommunen und Organisationen. Hilfe und Beratung erfolgen schnell und unbürokratisch. Menschen, die Opfer von rechtsextremen Gewalttaten oder fremdenfeindlicher Diskriminierung geworden sind, erhalten unkomplizierte Hilfe.
Das Beratungsangebot ist vertraulich, für die Hilfesuchenden kostenfrei und erfolgt auf Wunsch vor Ort. Eine Vermittlung in Aussteigerprojekte aus der rechten Szene ist ebenfalls möglich.
Bei akutem Bedarf gibt es eine Beratungs-Hotline.
Im Downloadbereich stehen Materialien für Schulen, Eltern und Veranstaltungen zur Verfügung.

Zitat

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.
Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“

(Zitat von Primo Levi im Eingang des Holocaust Mahnmals in Berlin)

Arabues: kein Rassismus in Stormarn!

Artikel von Henrik Bagdassarian, erschienen am 08.02.2012 im „Hamburger Wochenblatt“:

‚Vergangene Woche lud der Interkulturelle Gesprächskreis Stormarn das Antirassistische Bündnis Stormarn (ARABUES) in die Volkshochschule Ahrensburg ein, um die Arbeit des Verbundes öffentlich vorzustellen. „Wir von ARABUES sind eine heterogene Gruppe, wir sind ‘multikulti‘ und wir sind vor allem eins: Gegen Rechts!“, erklärt Ute Sauerwein-Weber den interessierten Zuhörern, unter ihnen Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach.

Auf Initiative autonomer Jugendlicher gründete sich 2009 das Bündnis. Grund waren stark angestiegene rechtsradikale Aktivitäten und Tendenzen in Stormarn. Mittlerweile unterstützen 23 Partner offiziell das offene Bündnis. Vertreter verschiedener Organisationen, demokratischer Parteien und die Evangelischen Kirche Bargteheide sowie Einzelpersonen aller Altersklassen engagieren sich zusammen im Kampf gegen Rechts. Neuester Bündnispartner ist seit kurzem die Stadt Bad Oldesloe. Ein Tagesordnungspunkt der letzten Stadtverordnetenversammlung war der Beitritt zum Antirassistischem Bündnis Stormarn. Herrschte Einstimmigkeit unter den Parteien im gemeinsamen Kampf gegen Rechts, konnte der Beitritt nur mit Rot-Grüner Mehrheit beschlossen werden. CDU und FDP stimmten dagegen, die FBO enthielt sich.
Es ist nicht lange her, da ließ sich die Frage nach einem rechtsradikalen Problem einer Stadt oder Gemeinde an der öffentlichen Präsenz von Rechtsradikalen festmachen. Doch die Vorgehensweise der rechten Szene ist subtiler geworden.

„In den neuen Bundesländern gibt es Erkenntnisse, dass Rechtsextreme gezielt in Kindergärten, Bürgerinitiativen, Sportvereinen oder in der Freiwilligen Feuerwehr unterschwellig ihr rechtes Gedankengut verbreiten“, sagt Detlef Mielke vom ARABUES. Soweit sei es in Stormarn noch nicht, eine präventive Aufklärung und ein frühes Entgegenwirken bei nationalistischen Strömungen dringend notwendig.
„Wir wollen mit Vorträgen, Theaterstücken und Projekttagen eine breite Aufklärung über rechtsradikale Aktionen leisten und für rechtsextreme Tendenzen sensibilisieren“, sagt Ute Sauerwein-Weber.
Und man wolle klare Zeichen gegen Faschismus und Rassismus in Stormarn setzen. Dem Übergriff 2009 auf das Autonome Jugendhaus in Bargteheide oder dem Naziaufmarsch ein Jahr später an gleicher Stelle folgten friedliche Aktionen seitens des Bündnisses. „Gerade in ländlichen Bereichen wird das Risiko extremer Strömungen immer größer“, sagt Dr. Ruth Kastner, Vorsitzende des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Einflussnahme in Vereinen oder im Bereich ehrenamtlichen Engagements werde auch in Stormarn zukünftig ein Thema werden.
„Erschreckende Umfragewerte zeigen bei vielen Bürgern unseres Landes eine deutliche Zunahme rechter Einstellungsmuster“, sagtUte Sauerwein-Weber. Das sei die Voraussetzung für die Entstehung rechtsextremer Strömungen.
„Hier ein Witz über eine religiöse Minderheit, da ein lockerer Spruch über den Nachbarn mit Migrationshintergrund, meist steckt keine böse Absicht dahinter“, sagt Doris Volland von ARABUES. Aber genau hier müsse schon bei Jugendlichen präventiv angesetzt werden.‘

Den gesamten Artikel gibt es hier:

Klicke, um auf Ahrensburg_KW06.pdf zuzugreifen

Ermutigen, Beraten, Fördern: die Amadeu Antonio Stiftung

Seit ihrer Gründung im Jahr 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Zu diesem Zwecke unterstützt sie lokale Initiativen und Projekte in den Bereichen Jugend und Schule, Opferschutz und Opferhilfe, alternative Jugendkultur und Kommunale Netzwerke.

Ziel der Amadeu Antonio Stiftung ist unter anderem, zahlreiche Menschen auf die Gefahren des Rechtsextremismus aufmerksam machen und Aufklärung schaffen.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Stiftung ist die langfristige Thematisierung der Problematik „Rechtsextremismus“. Dies geschieht auf unterschiedlichste Art und Weise: mit Konzerten, Diskussionen und Seminaren zum Thema Rechtsextremismus oder mit Kontakten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.

Die Stiftung ermutigt und unterstützt alle, die sich aktiv und engagiert für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen.

Totgeschlagen – Totgeschwiegen: homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus

Da bezeichnete doch neulich ein junger Mann, der gerne Lehrer werden möchte und selbiges studiert, eine Kneipe unseres schnuckeligen Ortes als „schwul“. Der junge Mann muss in einer entscheidenden Phase seiner gymnasialen Grundbildung irgendwann einmal in einem für ihn wahrscheinlich unendlich nervtötend öden Augenblick seines Schüler-Daseins für ein kurzes Weilchen eingeschlafen sein. Ihm widme ich diesen Post….

Lange Zeit waren sie die vergessenen Opfer des Nationalsozialismus: Schwule und Lesben. Rehabilitiert sind sie bis heute nicht. In Köln erinnert das Rosa-Winkel-Mahnmal an die homosexuellen Opfer des Nazi-Regimes. Seit 1995 befindet es sich gleich am Fuße der Hohenzollernbrücke.

Obwohl es im Nationalsozialismus keine direkte Verfolgung lesbischer Frauen gab, werden diese auf dem Kölner Mahnmal ausdrücklich erwähnt, da sowohl die Lebensumstände lesbischer Frauen als auch die ihnen zur Verfügung stehende Infrastruktur deutlichen Einschränkungen durch das NS Regime unterworfen war.

Die Situation homosexueller Männer in Konzentrationslagern war grausam und entwürdigend – so wie die Lage aller KZ Häftlinge. Die Sterblichkeitsrate schwuler Männer in KZs, die dort mit einem rosafarbenen auf die Kleidung aufgenähten Dreieck gekennzeichnet wurden, lag bei ungefähr 60%. Darüber hinaus wurden sie in der Regel Opfer medizinischer Experimente und sexueller Umerziehungsversuche.

Einen wirklich guten Artikel zum Thema findet man hier:

Vergessene Opfer des Nationalsozialismus
Die Internetseite zum Mahnmal gegen das Vergessen schwuler und lesbischer Opfer des Nationalsozialismus findet ihr hier:

Rosa-Winkel-Mahnmal