Grüße aus dem Nähkästchen oder: sind wir nicht alle ein bisschen gender?

Habe einen interessanten Artikel zum Thema „Gender-Pädagogik: Cowboy mit pinkfarbenem Turnschuh“ in der „Zeit“ entdeckt. Muss in diesem Zusammenhang wieder an die Zeiten denken, in denen ich mich in schöner Regelmäßigkeit darüber aufgeregt habe, dass meine Töchter, 4 an der Zahl, in ihren jeweiligen Klassen als „Human-Ritalin für Jungs“ benutzt und zwecks Beruhigung neben selbige gesetzt wurden.
Ich selbst war ja auf einem katholischen Mädchengymnasium. Da brauchten wir irgendwie kein Gender. Wir hatten alle unsere Stärken – Schwächen natürlich auch. Viele sehr gute Schülerinnen in Mathe, Physik, Chemie – ganz ohne Förderunterricht. Es haben auch nicht alle Mädchen automatisch wie die Wilden gelesen. Da waren durchaus auch einige „Hardcore-Fernseherinnen“ dabei. Wir hatten auch nicht konsequenterweise alle einen Knall und saßen „männerkontaktgestört“ in den psychiatrischen Praxen Kölns herum. Übrigens auch nicht aus anderen Gründen – nämlich weil wir vielleicht gemobbt wurden. Die diesbezügliche Quote fiel erstaunlich mager aus. Mager – noch so ein mädchenspezifisches Codewort der Neuzeit. Irgendwie kann ich mich an keine essgestörte Mitlernende erinnern…. (Nein, es war nicht das goldene Zeitalter der Alles-Verklärung und ich werde auch nicht senil. Da war zum Beispiel als kleines Negativ-Beispiel eine Französischlehrerin dabei, die mich mit ihrer konsequenten Bosheit dreimal wöchentlich fast in den Wahnsinn trieb…)
Was wir aber hatten, waren einige lebensprägende Vorbilder (oder besser Vorbilderinnen, denn es waren allesamt Frauen), die uns gezeigt haben, dass Mathe ein spannendes Abenteuer und man sowohl eine naturwissenschaftliche Koryphäe als auch eine aufregende Frau sein kann. Und das auch noch ohne Geschlechtertalentzuweisungsfalle im Kopf.
Wir alle sind unseren Weg gegangen – mehr oder weniger spektakulär. Irgendwie normal halt. Die wenigsten von uns jedoch landeten im Reich der 3 großen K (Kinder, Küche, Kirche). Und genau das ist der springende Punkt. Wir alle stehen heute irgendwo unsere Frau und entsprechen nicht unbedingt dem gängigen Klischee der Mutter, die wehmütig-depressiv dem Auszug der Küken entgegen sieht und die Jahre bis zum ersten Enkelkind zählt, um endlich wieder gebraucht zu werden. Auch im Niedriglohnsektor der geringfügig Beschäftigten sind wir eher selten anzutreffen. Wir haben unsere Chancen erkannt und genutzt!
Und aus all diesen Gründen hätte ich mir für meine Töchter die Möglichkeit einer Mädchenschule gewünscht. Darüber dass es diese Chance aus Gründen fehlender Mädchenschulen nicht gab, konnten mich auch Kisten voller Legosteine sowie zahlreiche kindgerechte Werkzeug- und Stabilbaukästen und Carrera-Bahnen nicht hinweg trösten.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. „Tempora mutantur et nos mutamur in illis“ (Für Nicht-Lateinerinnen: „Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen“) Vielleicht erlebt ja die ein oder andere unserer Kindeskinderinnen im Laufe ihrer Schulzeit das Vergnügen, einmal genüsslich aus der Rolle fallen zu dürfen. So wie die Schülerinnen der Mädchenschule Kloster Wald.

Advertisements

Rausgemobbt 2.0

Schule – Gesellschaft – Mobbing – Cyber-Mobbing: all das gehört heute leider untrennbar zusammen.
Eine Alternative zu Gewaltpräventionstagen und -wochen in Schule und Unterricht können kreative Aktionen in den Bereichen Kunst, Musik und Theaterpädagogik sein.

„Rausgemobbt 2.0“ ist ein Theaterstück von „Comic on! – Theaterproduktion Köln“ zum Thema „Cyber-Mobbing“ für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren.

„Kinder und Jugendliche sind heute vernetzt und ständig im Internet präsent (SchülerVZ, Facebook, ICQ etc.).dabei hat sich eine neue Form „anonymer“ Gewalt, das CYBER-MOBBING, entwickelt. In einer kurzweiligen Inszenierung mit cooler Musik bringt „R@USGEMOBBT 2.0“ die unterschiedlichen Beweggründe zu CYBER-MOBBING auf den Punkt und zu den Zuschauern.“

Den Link zu weiteren Infos gibt es hier.

Weblog zum Thema „Mobbing in der Schule“

Mobbing gehört mittlerweile zum Schulalltag, ist für viele Schülerinnen und Schüler zu einer leidvollen Erfahrung geworden, der sie nicht ausweichen können. Sind sie erst einmal in der Spirale von Demütigung und Schweigen gefangen, sehen sie in der Regel keinen Ausweg und reagieren mit Krankheit oder Depression. Mobbingopfer fühlen sich allein und finden oft nicht den Mut, sich jemandem anzuvertrauen. Nicht selten suchen sie die Schuld für ihre verfahrene Situation bei sich selbst.

Das Weblog „Gegen Mobbing in der Schule – für einen gewaltfreien Schulalltag“  bietet Infos und Hilfe zu diesem brisantenThema und lässt auch das heiße Eisen „Mobbing durch Lehrkräfte“ nicht aus.

http://gmids.wordpress.com/

Meine persönliche Frage zu diesem Thema: wurde in meiner eigenen Schulzeit eigentlich auch systematisch gemobbt?